Von der Verspannung zur Muskelverhärtung

Muskelverhärtungen entstehen durch anhaltende Verspannungen der Muskulatur. Auch eine Überbelastung und falsche Bewegungen, die Muskeln stark beanspruchen, führen dazu. Eingeklemmte Nerven verursachen mitunter ebenfalls Muskelverhärtungen, ebenso, wie sie als Begleiterscheinungen bei Arthrose auftreten können. Mit zunehmender Verspannung drücken die Muskelfasern auf die Blutgefäße und führen so zu Durchblutungsstörungen. Um weitere Entzündungen zu verhindern, spannen sich die Muskeln automatisch wieder an, der Teufelskreis beginnt.

Wo treten Muskelverhärtungen am Körper auf?

Am stärksten betroffen von Muskelverhärtungen sind die Muskeln in Rücken, Nacken, Schulter, Oberschenkel und Wade. Es gibt jedoch oftmals Unterschiede in der Intensität der Schmerzen und bei den Symptomen, je nachdem, an welchen Stellen die Verhärtungen sich bilden. Sportler leiden öfter unter Wadenkrämpfen, die eine Muskelverhärtung auslöst. Auch stechende Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Bewegungseinschränkungen werden beobachtet. Muskelverhärtungen in der Schulter strahlen bis in den Arm oder Rücken aus, der Arm kann teilweise bewegungsunfähig werden oder Bewegungen verursachen Schmerzen. Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Muskelverhärtungen von Rücken, Nacken und Schulter kommt in der Praxis nicht selten vor.

Weit verbreitet: Muskelverhärtungen im Rücken

Rückenprobleme hat fast jeder Mensch. Verspannungen gehören zur Tagesordnung und die Zahl derer, bei denen sich, aufgrund lang anhaltender und unbehandelter Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur, Muskelverhärtungen einstellen, steigt weiter an. Die Gründe für Verspannungen der Rückenmuskulatur sind dabei vielschichtig. Angefangen bei der Fehlhaltung, die sich heute schon bei Kindern und Jugendlichen in gravierendem Maße zeigt, über einseitige Belastungen bis hin zu psychosomatischen Erscheinungen ist die Ursachenpalette breit gefächert. Im Zuge von zunehmendem Stress und Arbeitsplatzbelastungen haben Rückenschmerzen, aufgrund psychischer Probleme, stark zugenommen. Die dauernde Anspannung in Verbindung mit falscher Haltung, mangelnder Bewegung und fehlender Entspannung begünstigt Muskelverhärtungen.

Muskelverhärtungen behandeln

Je eher Muskelverhärtungen behandelt werden, umso schneller wird die Schmerzspirale beendet. Bei akuten Wadenkrämpfen, Muskelverhärtungen in Wade und Oberschenkel hat sich die Massage bewährt, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Aber auch Rücken- und Nackenmuskulatur werden so aufgelockert. Die Behandlung setzt sich bei starken Muskelverhärtungen meistens aus einer Kombination vom Wärme, Wasser und Massage zusammen. Fangopackungen, Infrarotlicht, Bäder oder Reizstrom werden eingesetzt, um die Muskulatur zu entspannen und die Verhärtungen zu beseitigen. Medikamente und Salben zur Schmerzlinderung kommen zum Einsatz, auch die so genannten Muskelrelaxantien, die eine Entspannung bewirken, werden verschrieben. Krankengymnastik, Entspannungsverfahren und Bewegungstherapie wirken langfristig und helfen dabei, den Muskelaufbau konkret zu steuern.

Vorbeugen und gegensteuern

Verspannungen werden gerne ignoriert oder übersehen, der Alltag lässt wenig Spielraum für Entspannung. Aber gerade die Entspannung ist das A und O, damit sich Muskelverhärtungen erst gar nicht ausprägen. Sportliche Überanstrengung ist zu vermeiden, das Einplanen von ausreichenden Ruhephasen und die richtige Vorbereitung durch das Aufwärmen der Muskulatur sind unablässig. Eine falsche Haltung kann korrigiert werden. Muskeln, die schwach sind, sollten wieder aufgebaut werden, damit der Stützapparat seine Aufgaben zuverlässig erledigen kann. Bewegung bei sitzenden Tätigkeiten und Entspannungsübungen helfen im Berufsalltag, lange und monotone Haltungen einzuschränken. Massagen, Wärmeanwendungen, Bäder sollten nicht erst dann zum Einsatz kommen, wenn die Verhärtung sich bemerkbar macht, sondern schon bei der kleinsten Verspannung. Hier kann man sich gerne ein Beispiel an den Profisportlern nehmen, die sich nach dem Training eine gute Massage gönnen.

Stressabbau und die Analyse der eigenen Lebenssituation sind ebenso wichtig, denn Anspannung im Kopf schlägt in Muskelanspannung um und führt dann zu Rückenproblemen und Kopfschmerzen. Therapeutische Gespräche können helfen, die Ursache zu ergründen, ein Kürzertreten fördert die Entspannung. Ein gutes Beispiel ist hier das Burnout. Viele Burnout-Patienten leiden unter starken Kreuzschmerzen und entsprechenden Muskelverhärtungen. Erst eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, die Anspannung und Stress verursachen, behebt das Problem an der Wurzel. Ein Leben ohne permanente Anspannung fühlt sich frei und anders an. Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Oftmals ist nur der Schritt zur Erkenntnis und zur Überwindung des inneren Schweinehundes das Schwierige an der ganzen Sache.